2015
An ihrem endgültigen Bestimmungsort kann man die Motorpumpen im Juni oder Juli meist nicht installieren. Denn die jährliche Flutwelle des Niger hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingesetzt. Man platziert die Motorpumpe deshalb im Flussbett selbst, um die Saatbeete mit dem in einer der Senken verbliebenen Wasser zu bewässern.
Theoretisch haben die pompistes (Pumpenwärter) – erkennbar an ihrem „Blaumann“ wie der junge Mann rechts im Bild - in ihrer vierzehntägigen Grundausbildung in der Werkstatt von Boubacar Bah in Diré alles Wissenswerte zu Aufstellung, Betrieb und Wartung der Motorpumpen vermittelt bekommen. Hier auf dem freien Felde beginnt jetzt der Ernst des Lebens, nun müssen sie ihr Wissen anwenden.
Jedes Bewässerungsfeld entsendet zwei pompistes zu dem Ausbildungskurs, in der Regel junge Männer, junge Frauen sind die Ausnahme, die gibt es aber auch. Später folgen alljährlich einwöchige Fortbildungskurse zu der Jahreszeit, in der die Motorpumpen nicht in Betrieb sind.
Im Laufe der Jahre hat sich ein fester Ausbildungs-Kanon herausgebildet. Den haben inzwischen mehr als achthundert pompistes gemeistert. Größere Pannen an Motoren und Pumpen sind die Ausnahme.
Text: Henner Papendieck
Fotos: Moctar Bah, 2014
Motorpumpen 2014 (2)
22. Januar 2015