2016
Wanderarbeiter(innen) findet man überall, wo geerntet wird. Das Dorf N’Gouma liegt nicht am Wasser, folglich gibt es dort auch keine Bewässerungsfelder. Bella-Frauen aus dem Dorf wandern deshalb als Erntehelferinnen in die benachbarten Gemeinden am Bara Issa, dem größten der Seitenarme des Niger. Sie dreschen und wörfeln den Paddy (ungeschälten Reis). Ihr Lohn dafür sind jeweils ein paar Maß Getreide. Manche von ihnen werden als Sozialfälle durchgefüttert; andere dreschen das liegen gebliebene Stroh ein zweites und drittes Mal, der Ertrag daraus fällt ihnen allein zu. Am Ende der Saison nimmt eine Wanderarbeiterin drei bis fünf Sack Reis mit nach Hause.
Frauen sind im Reisanbau aber auch an allen anderen Arbeitsgängen beteiligt: Felder herrichten, Pflänzchen vereinzeln, jäten, ernten, dreschen. Auf dem Bild rechts sieht man das erst im Jahr 2015 entstandene Bewässerungsfeld von Fafou. Die Frauen entnehmen den Saatbeeten die Reispflänzchen, bündeln sie, tragen sie auf die Parzellen und vereinzeln sie dort. Auf diese Arbeit haben sich inzwischen oft Gruppen von Frauen spezialisiert. Man entlohnt sie im Akkord, nach der von ihnen bepflanzter Fläche.
Fotos: Nohou Maiga, November 2015
Wanderarbeiterinnen
9. Januar 2016