2016
Vor nunmehr zwanzig Jahren, 1996, hat das Programm Mali-Nord begonnen, sich im Binnendelta des Niger mit der Bewässerungslandwirtschaft zu beschäftigen. Es begann mit der Wiederbelebung von Feldern, die in den Jahren der Rebellion zwischen1989 und 1994 verlassen und/oder aufgegeben worden waren.
In den folgenden Jahren entwickelte sich daraus ein Programm systematischer Investitionen in die Kleinbewässerung: die Herrichtung gemeinschaftlich genutzter Bewässerungsfelder, deren optimale Größe – so stellte sich allmählich heraus – bei jeweils vierzig Hektar lag. Flächen dieser Größenordnung lassen sich mit einer zuverlässigen und leistungsfähigen Motorpumpe (drei Zylinder) gut bewässern.
Ziel war und ist, die ansässige und umliegende Bevölkerung zu ernähren, lokales Einkommen zu schaffen und vor allem, die Jugend zu beschäftigen und auf diese Weise deren Abwanderung einzudämmen.
Der Erfolg des Programms gründet in dessen Ansatz: Planung von unten nach oben. In den Genuss der erheblichen Anschub-Investitionen kommen nur Dörfer, die nachweislich und nachhaltig genügend „bras valides“ (fähige Arme) = arbeitsfähige Männer und Frauen, in kleinbäuerlichen Gruppen organisieren können.
Die Fotos aus dem Raum Niafunké (bis Youwarou) zeigen von links nach rechts eine Nutzergruppe im Gespräch mit Ali Coulibaly (im grauen Boubou neben der Akazie), dem Leiter der Niederlassung am Bara Issa; die typischen Erdarbeiten beim Aufschüttung der Kanalwände - Maschinen kommen hier nicht zum Einsatz - und den Bau eines der Verteiler des Bewässerungssystems, Arbeit nur für gelernte Maurer.
Auf Weisung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) wechselt das Programm Mali-Nord dieses Jahr übrigens seinen Namen. Die Arbeit im Feld vollzieht sich zum Glück bislang noch in der beschriebenen Weise.
Fotos: Nouhou Maiga, April 2016
„BRAS VALIDES“ (arbeitsintensive Maßnahmen)
6. August 2016