2017
Fady Touré stammt aus einem Dorf im Kreis Youvarou (Region Mopti), mitten im Binnendelta des Niger. Sie ist 24 Jahre alt, Mutter von drei Kindern. Ihr Mann ist unlängst gestorben.
In ihrem Dorf, in der Kommune von Dongo, entstand 2016 in gemeinsamer Arbeit und unter Förderung des Programms Mali-Nord ein vierzig Hektar großes Bewässerungsfeld für Reisanbau.
In der Regel sind es die Männer als Familienvorstände, chefs de ménage, denen die Dorfältesten je nach Familiengröße eine oder mehrere Parzellen auf dem Bewässerungsfeld zuteilen.
Als Witwe und somit Familienvorstand hatte sich Fady Touré um eine eigene Parzelle beworben. Sie hat bei der Herrichtung der Flächen mitgearbeitet und bekam 0,25 ha zugewiesen. Jetzt ist sie dabei, das Erdreich ihrer Parzelle für die erste Bewässerung und die Repiquage (die Vereinzelung der Reispflänzchen) aufzulockern (Bild 1).
Neben Fady Touré haben neun weitere Frauen eigene Parzellen erhalten, alle weiteren Frauen sind nur assoziiert, das heißt sie arbeiten auf der familieneigenen Parzelle, formal der des Ehemanns, sofern Mann oder Kinder - gängiges Muster - saisonal abgewandert sind, um anderswo Arbeit zu suchen.
Das Versetzen der Reispflänzchen von den Saatbeeten auf die große Bewässerungsfläche ist im wesentlichen Frauenarbeit (Bild 2). Daneben findet aber auch die Jugend (Mädchen wie Jungen) auf dem Bewässerungsfeld Beschäftigung, sowohl beim Verziehen der Pflänzchen, beim Transport und beim Pflanzen auf dem Bewässerungsfeld. Meist schließen sich die Jungen und die Mädchen in Altersgruppen zusammen, dann geht die Arbeit leichter von der Hand (Bild 3).
Fotos Nouhou Maiga, Oktober 2016
Frauen als chef de ménage
7. April 2017