2017
Als condiments (wörtlich: Gewürze) bezeichnen die Westafrikaner alle Zutaten für die Soße zum Brei aus Reis, Hirse oder Mais. Dazu zählen: Maggi, Dörrfisch oder Fleisch, Tomaten, Zwiebeln, Kohl, afrikanische Aubergine, kleine Kürbisse, Süßkartoffeln, Öl, Salz, Pfefferschoten, usw.
Wer weder Strom noch Wasser hat, weder Küche noch Speisekammer, weder Kühlschrank noch überhaupt Schrank, der kauft seine Lebensmittel nur für den jeweiligen Tag. Deshalb wird auf dem Markt alles in kleinsten Mengen angeboten, auch Reis, Hirse und Holzkohle.
Der Gang zum Markt gehört zum vergnüglichen Teil des Tages. Gegen neun und zehn am Morgen sind alle Marktstände besetzt, die Ware zu Einheiten ausgelegt und die Frauen in Scharen beim Einkaufen.
Die meisten malischen Männer geben ihren Frauen jeden Morgen das Haushaltsgeld für den Tag. Gekocht wird immer die gleiche Menge: eine Schüssel voll. Mal teilen sich nur die zum Haushalt gehörenden Personen die Mahlzeit, etwa typischerweise sieben: Mann, Frau, drei Kinder, Schwester des Mannes und Bruder der Frau; mal kommen andere hinzu, dann gibt es für jeden weniger.
In einem Haushalt, der nicht mehr als 1.000 FCFA (1,50 €) am Tag ausgeben kann, isst man Reis oder Hirse mit sehr wenig Zutaten. Ein etwas besser verdienender Fahrer gibt seiner Frau jeden Tag 2.500 FCFA (3,75 €). Davon gibt sie die Hälfte für die condiments aus, die andere Hälfte für ein Pfund Fleisch, Schaf oder Ziege mit Haut und Knochen.
Fotos: Barbara Rocksloh-Papendieck, Februar 2017
Na Sugu 2
9. April 2017