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    <title>Barbara Papendiecks Blog</title>
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    <description>Malerisch ist das Leben an den Ufern des Niger, hart ist der Alltag und weit verbreitet die Armut. Von der Härte und der Armut tragen die Frauen den größeren Teil und sind dabei doch lebenslustig und gewitzt. Ein Licht auf deren tägliches Leben zu werfen, hat sich Barbara Rocksloh-Papendieck vorgenommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Von 1994 bis 2011 arbeitete sie im Rahmen des Programms Mali-Nord (GTZ/KfW). Ihre Schwerpunkte waren: Armutsbekämpfung, Kleinbewässerung und Frauenförderung. In der Region Timbuktu war sie viel unterwegs. Sie erzählt von Begegnungen mit Frauen, von Beobachtungen aus dem Alltag in den Dörfern und von manchen kleinen Begebenheiten, die ein bezeichnendes Licht auf die Verhältnisse werfen.</description>
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      <title>Barbara Papendiecks Blog</title>
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      <title>Im Dorf Margou</title>
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      <pubDate>Wed, 7 Sep 2011 18:16:25 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/9/7_Im_Dorf_Margou_files/Bild%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object008_1.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Dieses Haus in Margou liegt unmittelbar neben der Moschee und gehört Herrn Yoro Oumar Touré. Vor etwa fünfzig Jahren ist es im sudano-sahelischem Stil gebaut worden. Direkt hinter der Fassade befinden sich das Vestibül und ein Zimmer. Durchschreitet man diesen Eingangsbereich, gelangt man in den von vier weiteren Räumen eingefassten Hof. In jedem Raum wohnt einer der vier Brüder mitsamt seiner Familie; insgesamt sechzehn Personen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Neben diesen Schlafräumen befinden sich, etwas versetzt, zwei Küchen. Daran schließt sich ein kleiner Hinterhof an, wo die Schafe zur Mast gehalten werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Vestibül hat keine Tür. Stattdessen benutzt man ein Gitter aus Zweigen (rechts im Foto), um dem Vieh den Zugang zu verwehren. Im Durchzug des Vestibüls stoßen die Frauen das Getreide. Dieser Ort wird auch gerne genutzt, um sich auszuruhen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Margou liegt auf einem Hügel am Flussrand. Eine der größten Moscheen der Gegend krönt das Dorf. Das Gebäude ist einhundertfünfzig Jahre alt. Entworfen und gebaut hat es der Maurermeister Amadou Demba aus dem Dorf Diaddo, fünf Kilometer südlich von Margou. Seit fünfzig Jahren hat die Moschee ihr heutiges Aussehen und wird, das ist deutlich sichtbar, von der Bevölkerung regelmäßig unterhalten. Die Gläubigen sammeln Beiträge und bezahlen davon die lokalen Maurer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zur Zeit von Sékou Amadou (unter der Herrschaft der Fulbe) gehörte das Dorf Margou zum Kanton N’Djodjiga. Damals beherbergte das Dorf regelmäßig Schüler, die unter Abdoulaye Ali Diallo, dem Imam der Moschee, den Koran studierten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Fotos: 02. 2009&lt;br/&gt;</description>
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      <title>DIASSOUMA</title>
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      <pubDate>Wed, 27 Apr 2011 11:34:56 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/4/27_DIASSOUMA_files/blog%20Diassouma%20Bild%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object002_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Auf die kleinen, feuchten Trennwälle zwischen den Parzellen der Bewässerungsfelder pflanzen die Kleinbäuerinnen gerne Malven (hibiscus). Sie haben die gleiche Reifezeit wie der Reis. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Malven sind eine uralte Gewürzpflanze im Norden Malis. Die Samen keimen nach wenigen Tagen. Ihre Blätter bilden die Pflanzen in kleinen Büscheln aus. Diese Blätter ernten die Frauen wiederkehrend ab, trocknen sie und zerstampfen sie im Mörser. Bei der Trocknung verwandeln sich die Blätter in schwarze, knusprigharte Bröckchen (diassouma noir). Diese werden an Stelle von Zitronen der Soße oder direkt dem riz au gras (fetter Reis) beigegeben. Dieses Gewürz benutzen alle Frauen im Norden Malis, auch die ärmsten, die der Soße sonst kaum Zutaten beifügen können. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Innerhalb von zwei Monaten sprießen die leuchtend roten Blüten. Auch sie werden gepflückt und in der Sonne getrocknet. Aus ihnen stellen die Frauen den Bisap her (diassouma rouge). Dazu kocht man die Blütenblätter, gibt den roten Saft durch ein Sieb, setzt viel Zucker zu und lässt den Saft über dem Feuer eindicken. Der Sirup ist begehrt. Er schmeckt gut und senkt zugleich den Blutdruck.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Auf jedem Markt der Region verkaufen Frauen diassouma noir und rouge. Der Preis schwankt je nach Angebot und Nachfrage zwischen 50 und 250 FCFA (8 - 40 Cent) pro Blechbüchse. Ihren gesamten Vorrat verkauft eine Frau aber nie, denn dieses Gewürz gehört zur Grundausstattung ihrer eigenen Küche.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 2007)</description>
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      <title>GOMBO</title>
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      <pubDate>Wed, 27 Apr 2011 11:29:28 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/4/27_GAMBO_files/blog%20Gombo%20Bild%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_7.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Auf den Erdwällen der Bewässerungsfelder bauen die Frauen Gombo (Okra) an. Der Reifezyklus des Gombo ähnelt dem des Reises und die beim Reisanbau notwendige hohe Bodenfeuchtigkeit bekommt ihm gut. Im großen Stil wird Gombo auch als Nachflutkultur in den Maren (Bodensenken) angebaut, im kleinen Stil in allen dörflichen Gemüsegärten der Region.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Okra (polygonum persicaria) gehört zur Familie der Malvengewächse und ist eine der ältesten Gemüsearten Malis. Er lässt sich gut frisch verarbeiten, man kann ihn aber auch trocknen und in diesem Zustand lange aufbewahren.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Gombo wird in der bäuerlichen Küche gerne und viel verwandt, in kleingeschnittener Form als Zutat zur Soße, die man alle Tage zu Mittag oder zu Abend entweder mit Reis oder To (Hirsebrei) isst.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Im Februar und März wird auf allen Märkten die Gombo-Ernte der Nachflutkulturen angeboten, von August bis November die Ernte der Bewässerungsfelder. Ab November wird aller Gombo getrocknet und dient den Frauen als Vorrat für das kommende Jahr. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 2010, 2011)</description>
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      <title>Kourguél</title>
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      <pubDate>Mon, 11 Apr 2011 21:06:38 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/4/11_Kourguel_files/Kourguel%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object000_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ihren Kourguél (wo man sich ausruht), hat Mariam Diallo genau gegenüber dem Eingang zu ihrer Hütte (Soudou) errichtet. Hier wird gegessen und hier redet man miteinander, hier werden Matten geflochten und hier schläft man in der heißen Jahreszeit.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Nicht alle Fulbe-Frauen haben einen Kourguél, aber alle Fulbe-Frauen hätten gerne einen. Dafür braucht man, sagt Mariam Diallo, einen beherzten Ehemann, der im Busch das Holz schlägt und heranschafft. Um das Gerüst aufzustellen, das Holz zu biegen und zu binden sowie etwa zehn große Matten für die Abdeckung zu flechten, braucht man nicht nur Courage, sondern auch die Hilfe anderer Frauen aus der Familie.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Fulbe-Frauen wissen, wie sie einen Kourguél oder einen Soudou bauen. Mariam Diallo hat den Hüttenbau von ihrer Mutter gelernt. Sie galt darin als besonders geschickt. Einen Soudou zu bauen, ist viel Arbeit. Zehn Personen brauchen dafür drei Tage.  Mariam Diallo zeigt mir ihren Soudou, er ist innen schlicht und schön, mit zwei Betten ausgestattet. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Solange die Kühe Milch geben, von Juni bis Dezember, verkauft Mariam Diallo Milch im Dorf. Ihr Ehemann starb vor sechs Jahren. Sie war dessen einzige Ehefrau. Mit ihren drei Kindern wollte Mariam Diallo zurück zu ihren Eltern ziehen, ins fünf Kilometer entfernte Dorf Gagalati. Der jüngere Bruder ihres Mannes sagte, sie solle mit ihren Kindern bei ihm bleiben, sonst gäbe es einen Bruch zwischen den beiden Familien, er wolle sie zur zweiten Frau nehmen. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Seitdem leben sie zusammen in einem Hof. Der Ehemann verbringt eine Nacht in der Hütte der ersten und eine Nacht in der Hütte seiner zweiten Frau. Mit ihrem zweiten Ehemann hat Mariam Diallo keine gemeinsamen Kinder. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 2010)</description>
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      <title>Balal Saourou II</title>
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      <pubDate>Tue, 29 Mar 2011 23:42:57 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/3/29_Balal_Saourou_II_files/Balal%20Saourou%20II,%20Foto%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object000_1.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Fadi Boureima Touré hat viele Münder zu ernähren: sechs Kinder. Jedes Jahr bestellt sie ein Feld von rund anderthalb Hektar in den Dünen, sät im Juni die Hirse aus, hackt im Juli das Unkraut und erntet im Oktober. Das Feld liegt eine Stunde vom Dorf entfernt. Die beiden jüngsten Kinder und das vorbereitete Mittagessen nimmt sie mit. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Solange ihr erster Mann noch lebte, hat sie nicht auf dem Feld gearbeitet. „Um die Hirse hat sich damals nur mein Mann gekümmert.“ Den Ehemann hatten die Eltern von Fadi Bourema Touré für sie ausgesucht. „Er war ein alter Mann.“ Er starb vor zehn Jahren. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Zwei Jahre später wurde sie die zweite Ehefrau eines Verwandten aus ihrem Dorf. Mit ihm hat sie vier gemeinsame Kinder. Wohnen blieb sie im Haus ihres verstorbenen Mannes. Zu ihrem Haushalt steuert ihr zweiter Ehemann zwei Sack Reis und einige Bündel Hirse bei. Zwei Monate kann sie die Familie davon ernähren. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Um die Nahrung für die anderen zehn Monate kümmert sie sich selbst. Als Witwe stand ihr eine Parzelle auf dem Bewässerungsfeld von Bandé zu, die bewirtschaftet sie. Daneben flicht sie Matten und sammelt wilde Früchte. „Mein Mann hat seine erste Familie zu ernähren. In den Monaten der soudure (des Mangels) bringt er ab und zu ein saval (Hohlmaß) Reis oder Hirse vorbei.“ &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Als wieder verheiratete Witwe steht Fadi Boureima Touré ihrem eigenen Haushalt vor. Für sie zählt allein: Sie hat den Status der verheirateten Frau.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 07.2010; 11.2010)</description>
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      <title>Balal Saourou I</title>
      <link>http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/2/21_Balal_Saourou_I.html</link>
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      <pubDate>Mon, 21 Feb 2011 18:31:00 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/2/21_Balal_Saourou_I_files/blog%20Balal%20Saourou%20I,1%20-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_8.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Aisatta Touré, so sagt ihre Umgebung, ist eine arbeitsame Frau; jeden Tag auf dem Feld. Vor sechs Jahren (im Jahr der Heuschrecken) starb ihr erster Ehemann. Er war ihr Cousin. Die Eltern hatten ihn ausgesucht. Aisatta Touré war die erste seiner drei Ehefrauen. Mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern blieb sie nach dem Tod des Ehemannes im Haus seiner Familie.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Anderthalb Jahr später hat sie wieder geheiratet. „Ich hatte die Wahl zwischen verschiedenen Bewerbern.“ Sie ist im Haus der Familie geblieben, in die sie als erstes eingeheiratet hatte. Aisatta Touré ist die zweite Frau ihres jetzigen Mannes. Er kommt eine um die andere Nacht zu ihr. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Balal Saourou, französisch batôn adossé heißt: der angelehnte Wanderstab (der jederzeit umfallen kann). Balal Saourou nennen die Fulbe ein Arrangement, bei dem eine verwitwete Frau in zweiter Ehe ihrem eigenen Haushalt vorsteht. Bei diesem Arrangement bringt der neue Mann fast nichts in die Ehe ein und hat deshalb auch kein weiteres Gewicht. Die Bindung ist nicht stark, vor allem, wenn es keine gemeinsamen Kinder gibt. „Der Mann gleicht einem Passanten, der mal vorbei schaut. Im Fall von Schwierigkeiten wird die Frau ihn rasch wieder los.“&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Aisatta Touré kommt für sich und ihre Kinder selbst auf. Eine Parzelle auf dem Bewässerungsfeld stand ihr als Haushaltsvorstand zu. „Der Reis von dem Feld sichert unsere Nahrung.“ Im Anschluss an die Reisernte beginnt der Gemüseanbau. Auch hier bewirtschaftet sie eine Parzelle. Daneben flicht sie zwei Matten pro Woche. Die bringen zwei Mal 500 FCFA (75 Euro-Cent), genug für die Zutaten zur Soße. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Was zählt: „Die Dorfgemeinschaft weiß: Ich bin verheiratet.“ Hama Touré, Präsident des Bewässerungsfeldes scherzt über den Sachverhalt: „Es ist als hätte die Frau den Mann geheiratet und nicht der Mann die Frau. Der Mann besucht die Frau und nicht umgekehrt. Und gibt es ein Problem, dann ist es der Mann, der geht. Der Mann hat kein Gewicht, aber die Ehe kostet ihn auch nicht viel.“ &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Diese Art von Heirat ist im Milieu akzeptiert. Sie soll verhindern, dass die Frau anderswo fremd geht.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: November 2010)</description>
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      <title>Kleinsthandel (petit commerce)</title>
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      <pubDate>Sun, 13 Feb 2011 09:33:44 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/2/13_Kleinsthandel_files/Kleinsthandel,%20Foto%202-leveled.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_9.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Noch lange nachdem die Reisernte abgeschlossen ist, bleibt der ungeschälte Reis (paddy) im Dorf das allgemeine Zahlungsmittel. Den paddy tauscht man gegen das, was man tagtäglich benötigt: Zucker, Karitébutter, Fisch, Milch usw. Denn Bargeld gibt es im ganzen Dorf nicht. Man schickt eines der Kinder mit einer Kalabasse, die einen pot (Blechdose, ca. 0,5 kg) paddy enthält und lässt sie den Gegenwert von dem besorgen, was man gerade braucht.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Während eines Gesprächs mit Tacko Touré kommen zwei kleine Mädchen in ihren Hof. Die erste soll den mitgebrachten paddy gegen Zucker tauschen und erhält dafür in einem Plastiksäckchen zwei Teegläschen voll (Bild Mitte). Das zweite Mädchen erhält für die gleiche Menge paddy zwei kleine Kugeln Karitébutter. Dieser Handel läuft nebenher, eingeübt, schnell und unbemerkt. Ich hätte die kleinen Transaktionen gar nicht als solche wahrgenommen, hätte man mich nicht auf sie aufmerksam gemacht.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Übersetzt man diesen Tausch in Geld, so hat Tacko Touré 60 FCFA eingenommen und Ware für 45 FCFA herausgegeben. Ein Viertel hat sie verdient. Hinzu kommt: den eingetauschten paddy verkauft sie nicht jetzt, sondern wartet vielleicht drei Monate, bis der Reispreis um etwa die Hälfte gestiegen ist. Daran verdient sie noch einmal 40 bis 50%. Auch hier gilt: Und ist der Handel noch so klein, er bringt doch mehr als Arbeit ein. Das ist der Grund, warum alle Frauen auf dem Lande davon träumen, einen Kleinsthandel zu betreiben, petit commerce. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Für die Familien geht der Vorrat im Speicher mit dieser Art von Einkäufen natürlich rascher zur Neige als gedacht. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 2011)</description>
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      <title>Brennerei</title>
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      <pubDate>Thu, 27 Jan 2011 10:02:30 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2011/1/27_Brennerei_files/Bild1-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object009_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die Sonne setzt ihre letzten Strahlen auf die Szene. Gebrannt wird mit einbrechender Dämmerung. Auf einem Bett aus getrocknetem Dung liegen ineinander geschichtet Töpfe, Stövchen für Holzkohle und Tonkrüge für Trinkwasser, canaris. Diese Brennstelle nutzt nur Aisata Abdoule Touré. Die vier benachbarten Kuhlen andere Frauen. Alle Töpferinnen wohnen im gleichen Quartier. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Tonware wird mit Stroh abgedeckt. Darauf kommen zwölf Schubkarrenladungen Kuhdung, sorgfältig verteilt. Nur wenige Meter entfernt befindet sich ein Krahl in dem die Rinder der Fulbe nächtigen, wenn sie nicht auf Wanderschaft sind. Der Boden des Krahls besteht aus dem von den Hufen der Tiere klein gemahlenen Dung. Zwei junge Mädchen schieben mit einer ihrer Plastiksandalen den Dung zusammen und füllen mit ihren Händen eine Schubkarre nach der anderen. Der Meiler wird mit einer Strohschicht und Erde abgeschlossen und mit glühender Holzkohle angezündet.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Fünf Sack Dung (für das Bett des Meilers) kosten 500 FCFA; die Leihgebühr für die beiden Schubkarren 1.000 FCFA. Sind keine Arbeitskräfte aus der Familie zur Hand, kostet eine Schubkarrenladung 25 FCFA, zwölf Ladungen 300 FCFA. Die Ausgaben für das Brennen liegen bei etwa 1.800 FCFA (2,75 Euro). Hinzu kommen die Herstellungskosten für die Töpfe selbst.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach 24 Stunden wird die Tonware ausgepackt und nach und nach auf dem lokalen Markt verkauft. Der Verkaufswert beträgt 10.000 FCFA (15 Euro). Helferinnen erhalten ihren Anteil, auch der Bruch muss eingerechnet werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;(Fotos: 2010. Siehe dazu auch blog über diese Töpferin vom 10.09.2009) &lt;br/&gt;</description>
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      <title>Die „Plattform“</title>
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      <pubDate>Mon, 29 Nov 2010 09:09:30 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/11/29_Die_Plattform_files/blog%20Plattform%20Foto1-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object002_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Seit mehr als einem Jahr sprechen die Frauen in Kam von einer so genannten „Plattform“, einem Motor mit einem Dynamo (10 KWH). Mit dem kann man mehrere hundert Glühbirnen und ein paar Dutzend Steckdosen betreiben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mitte des Jahres war es soweit: Es gibt Strom in Kam, von der Dämmerung bis Mitternacht. Weit und breit (im Umkreis von fünfzig Kilometern) der einzige erleuchtete Ort. „Ich glaube ich bin in Mopti“, sagt Tacko Touré. Keine Petroleumlampe mehr, die Kopfschmerzen macht, keine rauchenden Kerzen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Strom hat den abendlichen Alltag von Grund auf verändert: Das Haus ist nicht mehr dunkel. Man findet alles. Man kann auch noch am Abend Matten flechten. Die Kinder können am Abend lernen. Einige Plätze im Dorf sind beleuchtet. Die Moschee hat vier Glühbirnen. „Heller als Vollmond.“ Vor allem kann man jetzt fernsehen. Innerhalb weniger Wochen gibt es zehn Fernsehgeräte im Dorf. Die Freude steht allen ins Gesicht geschrieben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;„Besser als dieses Jahr hätte es nicht passen können. Wir hatten eine sehr gute Hirseernte auf den Dünen, so gut wie seit zehn Jahren nicht und auch eine gute Reisernte auf dem Bewässerungsfeld.“ Ihr Beitrag zu den Kosten lag bei eintausendachthundert Euro. Die erste Rate davon, knapp die Hälfte, haben die Frauen aus der Kasse ihres Bewässerungsfeldes vorgestreckt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Pro Glühbirne sind im Monat 1,50 Euro zu zahlen, pro Steckdose 4,00 Euro. In Kam wohnen an die 900 Einwohner in 150 Haushalten. Jeder Haushalt hat mindestens eine Glühbirne. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nur zwei Familien lebten zunächst noch im Dunklen. In einer war der Ehemann auf Reisen, als die Entscheidung für die Investition fiel, und seine Ehefrau hatte sich nicht getraut, diese alleine zu fällen. Die andere Familie konnte die 11,00 Euro Umlage für den Stromanschluss nicht aufbringen. Beide Familien sind inzwischen ebenfalls an das Netz angeschlossen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;(Fotos: Juli 2010)</description>
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      <title>Taba-Taba</title>
      <link>http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/10/27_Taba-Taba.html</link>
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      <pubDate>Wed, 27 Oct 2010 09:53:18 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/10/27_Taba-Taba_files/Bild%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_8.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:105px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Zu den wiederkehrenden Jahreszeiten des Sahel gehört die Zeit der Knappheit, die période de soudure: Das Getreide der alten Ernte ist aufgegessen und das neue Getreide noch nicht reif. Je nach der vorangegangenen Saison dauert diese Periode einen bis drei Monate.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Im Sahel fällt die Knappheit in die ersten Monate der Regenzeit (Juli - September). Gerade dann müssen alle viel arbeiten und der Hunger setzt am meisten zu. Dann gibt es statt drei Mahlzeiten am Tag erst nur noch zwei, und wenn es auch dafür nicht mehr reicht, schließlich nur noch eine. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Sobald die ersten Reisähren heranreifen, beginnen die Frauen, kleine Mengen für die tägliche Mahlzeit abzuschneiden. Diese Phase nennen sie Taba-Taba (Sonrhai: Vorkosten). „Alle wollen den neuen Reis kosten, selbst wenn das Lager noch voll wäre.“ &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Auf den gemeinschaftlichen Reisfeldern legt das Leitungs-Komitee den Beginn der Ernte offiziell fest, möglicherweise ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit. Alles was vor diesem Tag von der individuellen Parzelle geerntet wird, heißt Taba-Taba.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Bei der Berechnung der Ernteerträge tauchen diese vorab verzehrten Mengen nicht auf. Insofern liegen die tatsächlichen Erträge immer etwas höher als die angegebenen. Pro Parzelle von einem Viertel Hektar wird bis zu einem Sack Reis (80 kg) vorab geerntet. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Über Taba-Taba reden die Frauen gerne und amüsiert. Die Vorabernte ist ihnen ebenso selbstverständlich wie andere Verrichtungen des Alltags. Ich selbst habe nie Frauen en passant Ähren abschneiden sehen. Taba-Taba sieht eine Fremde nicht. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Foto: Reisfeld der Frauen in Kam zum Zeitpunkt des Taba-Taba)</description>
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      <title>Küchengarten</title>
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      <pubDate>Thu, 14 Oct 2010 10:25:18 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/10/14_Kuchengarten_files/Bild%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_9.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Am Rande der meisten Dörfer im Norden Malis findet man kleine, nach unseren Maßstäben meist ärmliche Gemüsegärten. Dies sind die individuellen Küchengärten der Frauen; hier bauen sie an, was in den Kochtopf kommt: Zwiebeln, Pfefferschoten, Tomaten, Okra, lokale Sorten von Auberginen, Courgetten, Gurken und Kürbisse. Für Obstbäume (Mangos oder Bananen) ist es hier zu heiß, aber Papayas gedeihen. Hinzu kommen seit neuerem: Blattsalat, Mohrrüben, rote Beete und Radieschen. Sie werden meist von Projekten propagiert.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Die individuellen Küchengärten sind fester Bestandteil der kleinen dörflichen Hauswirtschaft. Für die Vermarktung wären die Mengen zu klein und der Weg zum nächsten Wochenmarkt zu weit. Das Gemüse aus dem Garten ergänzt oder ersetzt  die Zutaten (condiments), die man kaufen muss. Zwiebeln sind das wichtigste Gemüse und dürfen in keiner Soße fehlen.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Man begnügt sich mit den bescheidenen lokalen Mitteln. Angebaut werden nur Sorten, deren Saatgut man selbst vermehren kann, nur sie widerstehen der verblüffenden Vielzahl an Schädlingen. Gedüngt wird mit dem getrockneten Kot der Schafe und Ziegen, er wird zerstoßen auf die Beete gebracht.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Jedes Stückchen Grünfläche muss vor den frei herumlaufenden Ziegen und Schafen geschützt werden. Dazu dient, was man vor Ort findet: Zweige der Akazien, Dornengestrüpp von Büschen oder scharf gezackte Palmblätter.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Die Gartenbau-Saison im Norden Malis ist kurz. Je nach Standort dauert sie drei bis vier Monate. Sie beginnt entweder mit dem ersten Regen oder kurz davor, sofern für die Saatbeete eine andere Wasserquelle (Brunnen) zur Verfügung steht und endet sobald die verbliebene Feuchtigkeit im Boden der Trockenheit gewichen ist. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 02.2010, 02.2009)</description>
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      <title>Worfeln</title>
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      <pubDate>Thu, 16 Sep 2010 11:01:46 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/9/16_Worfeln_files/IMG_1056-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object001_10.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Eine Arbeit ist so alt wie das Getreide selbst: das Worfeln. Von jeher muss man das Korn von Spreu und Spelzen trennen. Am einfachsten tut das der Wind. Das Korn ist schwer und fällt fast senkrecht, Spreu und Spelzen sind leichter und driften ab. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den letzten Jahren haben sich im Norden Malis Dresch- und Reisschälmaschinen verbreitet. Geworfelt wird dagegen weiterhin von Hand. An Wind mangelt es hier nicht. Häufig geht eine Brise aus nordöstlicher Richtung und am Ufer des Niger gibt es viele Plätze, die der Wind ungehindert erreicht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Worfeln ist reine Frauenarbeit. Nie habe ich einen Mann bei dieser Tätigkeit gesehen. Die Frauen stellen sich dabei quer zur Windrichtung, heben ihre Schüssel so hoch sie können und lassen den Inhalt langsam herabrieseln. Die Fallhöhe des Getreides ist wichtig. Kinder sind für diese Arbeit zu klein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Markttag von Diré und am Tag zuvor worfeln Frauen in Gruppen oder zu zweit am Flussrand; das ist ihr Gewerbe. Stunde um Stunde stehen sie in der sengenden Sonne. Zu ihren Füssen türmt sich nach und nach der blendend weiße Reis zu kleinen Hügeln; Spelzen und Spreu fliegen ein paar Schritte weiter, sie werden später als Viehfutter in Säcke gefüllt; der Staub weht davon.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Für einen Sack Reis benötigt eine Frau bei gutem Wind etwa eine halbe Stunde. Sie sagen: „Zu zweit können wir bis zu vierzig Sack am Tag schaffen.“ Dazu brauchen sie die richtige Windstärke. „Der Wind bringt das Geld.“ &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Entgelt verlangen die Frauen ein Kilogramm Reis pro Sack. Im Juli 2010 entsprach das 250 FCFA (knapp 40 Cent). Vielleicht bleibt daneben auch noch das eine oder andere Kilo Bruchreis für sie übrig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;(Fotos: 07. 2010)</description>
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      <title>Geburtshilfe</title>
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      <pubDate>Mon, 23 Aug 2010 18:28:25 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/8/23_Geburtshilfe_files/01-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object000_3.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Tin Telout, eine der ersten sesshaften Ansiedlungen der Tuareg aus den 1960iger Jahren, unweit von Timbuktu, liegt in einem nomadischen Umfeld. Die Gesundheitsstation versorgt etwa zweitausend Menschen im Umkreis von elf Kilometern. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Seit acht Jahren arbeitet Rabi Walet Hadé als ausgebildete Geburtshelferin (matrone) in Tin Telout: Vorsorge, Geburten, Nachsorge und Familienplanung. „Ich wollte immer Hebamme werden. Im Urlaub bin ich im campement (siehe blog vom 09.12.2008). Auch von dort komme ich, wenn ich zur Entbindung gerufen werde.“&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Es kommen Tuareg-Frauen, Bellah-Frauen und Sonrhai-Frauen zur Vorsorge und immer häufiger auch zur Geburt. Die Behandlung ist kostenlos, für das Bett sind pro Tag 500 FCFA (75 Cent) zu entrichten, für ein Impfheft 200 FCFA (30 Cent), für Familienplanung ebenfalls 200 FCFA, Pille oder Spritze für drei Monate (von den meistem Frauen bevorzugt) inbegriffen. Manche Frauen haben nicht einmal die 500 FCFA. „Die schicken wir aber nicht weg.“ &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;„Anfangs wollten die Frauen nicht kommen. Sie kannten nur die Geburt unterm Zelt. Den Vorteil einer Entbindung in der Gesundheitsstation konnten sie nicht erkennen.“ Manche Frauen werden heute mit dem Auto gebracht, die meisten kommen auf Eselskarren. „Wir raten deshalb immer: nicht zu spät losfahren!“ &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Die Anweisung lautet: nach der Entbindung sollen die Frauen noch zwei Stunden ruhen. „Ich behalte sie jedoch einen Tag oder eine Nacht da. Erstgeburten sind meist langwierig, die können vierundzwanzig Stunden dauern. Bei Komplikationen evakuieren wir ins Krankenhaus nach Timbuktu. Das sind meist junge Mädchen von sechzehn Jahren mit schmalen Hüften und großem Fötus.“&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Die Gesundheitsstation von Tin Telout ist 1998 im Rahmen des Programms Mali-Nord aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit (KfW) gebaut worden.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;(Fotos: 2010)</description>
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      <title>Krapfen</title>
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      <pubDate>Wed, 18 Aug 2010 09:37:29 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/8/18_Krapfen_files/01-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object007_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Für eine Bäckerei sind die Dörfer im Norden Malis zu klein und zu arm. Brot ist zudem Teil eines gehobeneren Lebensstandards, den man eher in Orten ab der Größe von Landstädtchen findet. In aufstrebenden Dörfern backen Frauen stattdessen morgens beignets, Krapfen aus Reis- oder Weizenmehl. Um diese herzustellen braucht man Öl und Feuerholz, zu aufwändig für einen einzelnen Haushalt; daher die Marktlücke.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Niama Traoré, Bambara, 37 Jahre, ist nie zur Schule gegangen. Sie ist mit einem Bozo, einem Fischer, verheiratet. Mit ihm lebte sie in Mopti und buk dort Krapfen. Vor drei Jahren zogen sie in das Heimatdorf des Mannes, nach Koumaira. Ihr Gewerbe nahm sie mit. Mitten im Dorf betreibt sie ihre fliegende Bäckerei und zahlt dafür eine wöchentliche Standmiete von100 FCFA (15 Cent) an das Rathaus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Niama Traoré kauft alle Zutaten en detail beim Händler im Ort: 1 kg Zucker, 4 kg Mehl, 2 Liter Öl, jeden Tag die gleiche Menge, nur am Markttag die doppelte. „Ich kaufe heute und zahle morgen.“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Teig bereitet sie früh am Morgen aus Mehl, Zucker, wenig Treibmittel, etwas Salz und Wasser. Ab sechs Uhr sitzt sie an ihrem Platz, schürt das Feuer unter der Pfanne, formt die Krapfen, lässt sie ins heiße Öl gleiten, achtet darauf, dass sie nicht zu dunkel werden, lässt sie auf einem Sieb abtropfen, spricht mit den Kunden, füllt die gewünschte Menge in Plastikbeutel und zählt die Münzen. Kinder und Erwachsene kommen und gehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Niama Traoré verkauft den großen Krapfen zu 25 FCFA (4 Cent) und den kleinen an die Schulkinder zu 5 FCFA. Nach drei Stunden sind alle Krapfen verkauft und 4.450 FCFA (6,80 €) in der Kasse. „So gut wie heute läuft der Verkauf nicht immer.“ &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ihr Reingewinn liegt (an diesem Tag) bei 1.000 FCFA (1,50 €). Das entspricht in diesem Landstrich dem durchschnittlichen Verdienst eines Tagelöhners.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;(Fotos: Juli 2010)</description>
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      <title>Das Feld hüten</title>
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      <pubDate>Mon, 26 Jul 2010 10:47:50 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Eintrage/2010/7/26_Das_Feld_huten_files/Blog%20Hirsefeld%20huten%201-filtered.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.programm-mali-nord.de/B_Papendieck/Blog/Media/object006_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:174px; height:162px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Einen Kilometer vom Dorf entfernt sitzt Aisata Korla neben dem Hirsefeld der Familie im Schatten eines Baumes; sieben Tage in der Woche, bis zur Ernte. Nach dem ersten Regen vor drei Wochen haben ihre beiden Söhne die Hirse ausgesät. Die Saat ist aufgegangen und die Pflänzchen sind inzwischen zwei, drei Zentimeter hoch. „Ich hüte das Feld.“ Ihre Söhne haben zwei Parzellen auf dem Bewässerungsfeld in Koumaira, sie pflügen dort gerade. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;„Ich komme nach dem Morgengebet und gehe mit der Abenddämmerung nach Hause.“ Ihre drei Enkel, zwei Mädchen, ein Junge, bringen später das Frühstück: geriebene Hirse mit etwas Milch, und helfen beim Hüten. Mittags bringt ein anderes Mädchen aus der Familie die Mahlzeit. „Zum trinken nehme ich das Regenwasser aus dem Mar nebenan.“ Ein Stück Stoff dient ihr als Filter, um den Schmutz daraus zu entfernen.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;„Hirse ist unsere Grundnahrung. Die essen wir morgens und abends. Reis am Mittag.“ Das Bewässerungsfeld für Reis nennt sie einen Segen für die Familie. „Davor hatten wir nicht alle Tage drei Mahlzeiten. Ich mag gar nicht  daran denken, wie es früher war.“&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Aisata Korla, Sonrhai, ist in Koumaira aufgewachsen, nie zur Schule gegangen, hat in Koumaira geheiratet, zwei Söhne und zwei Töchter geboren. Jetzt ist sie seit Jahren Witwe. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Aisata Korla zerteilt die Blätter der Dumpalme, aus denen die Matten geflochten werden. Das hat sie ihr Leben lang gemacht. „Heute flechte ich Matten nur noch für die Familie.“ Sie selber sitzt, geschmückt mit Ohrringen, Halskette, Armbändern und Fingerring, in einem farbenfrohen Boubou auf einem Plastiksack. Als wir uns zum Abschied die Hand geben, sagt sie: „Ich habe die rauen Hände einer Bäuerin.“ &lt;br/&gt;(Fotos: 07.2010)</description>
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